Ein Wertekompass hilft dir, herauszufinden, was dir wirklich wichtig ist, und dient als innere Orientierung für Entscheidungen, Ziele und Beziehungen. Er stärkt Selbstbewusstsein, Integrität und Klarheit, besonders in Zeiten von Unsicherheit oder Veränderung.
Durch die bewusste Auseinandersetzung mit deinen Werten erkennst du schneller, was zu dir passt und was nicht. Gleichzeitig fördert ein geteilter Wertekompass Verständnis, Vertrauen und Zusammenhalt in Gruppen. Mit wenigen Schritten kannst du deine wichtigsten Leitwerte bestimmen und sie als persönlichen Kompass für ein selbstbewussteres und authentischeres Leben nutzen.
Im Leben benötigen wir auf vielen Ebenen Klarheit, Orientierung und innere Stärke. Der Wertekompass ist wie ein inneres Navigationssystem, das dir hilft, Entscheidungen zu treffen, die mit deinen tiefsten Überzeugungen übereinstimmen.
Welche Entscheidung treffe ich? In welche Richtung gehen ich? Wofür sollte ich mich einsetzen?
Mit einem Wertekompass machst du einen erster Schritt, damit du leichter erkennst, ob etwas zu dir passt – beruflich, privat oder gesellschaftlich. Das fördert eine schnellere und sicherere Entscheidungsfindung, weil du weißt, was dir wirklich wichtig ist.
Er stärkt dein Selbstbewusstsein und deine Integrität - du agiert nach deinen eigenen Maßstäben, nicht nach fremden Erwartungen.
Du kannst besser mit Unsicherheitenumgehen, weil du mit dem Wertekompass eine innere Orientierung hast - das hilft dir den Fokus zu behalten.
Auf der Beziehungsebene schafft er Vertrauen und Tiefe, weil du teilen kannst, was in dir vorgeht, und weißt, was du brauchst und was du geben willst.
Du überprüfst deine Ziele, ob sie wirklich gut zu dir passen, nicht nur einfach "gut aussehen" - das fördert ein zielgerichtetes Leben, weil du schneller erkennst, wenn du dich von Deinem Weg entfernst.
Du kannst den Wertekompass als Methode für dich selbst nutzen. Genauso gut eignet sich für den Einsatz in Partnerschaften und Gruppen. Die Transparenz über Werte der Partnerin oder des Partners und/oder der KollegInnen erzeugt Verständnis und erhöht die Akzeptanz für Motive und das Verhalten. Man kann auch noch weiter gehen mit einem gemeinsam entwickelten Wertekompass. Er verleiht einer Gruppe mehr Gemeinsamkeit und stärkt damit das Miteinander.
Wie - Werte mit tieferer Bedeutung finden
Mit dem Wertekompass ermittelt du Werte, die für dich eine tiefere haben. Es sind die Werte, mit denen du besonders stark resonierst. Bist du dir dieser Werte bewusster, kannst du sie in den Mittelpunkt deiner Überlegungen, Entscheidungen und Aktivitäten stellen.
Bedeutung
Bei der Erstellung eines Wertekompass können verschiedene Überlegungen und Gefühle zum Tragen kommen, z.B.
Reflexion: Was war dir in deinem Leben bisher besonders wichtig?
Emotionale Reaktionen: Worauf reagierst du stark – positiv oder negativ?
Vorbilder: Welche Menschen bewunderst du und was für Werte siehst du in Ihnen, die dich anziehen?
Letztlich ist aber deine Intuition gefragt. Sie leitet dich und weiß, was dich anspricht und trifft die richtige Wahl für dich.
Mit der Ermittlung des Wertekompass erfährst du deine drei Leitwerte. Sie sind eine Art innere Signatur deiner Beweggründe und dein innerer Kompass.
Deine Leitwerte sind in der Regel recht stabil und dienen als Referenz, auf die sich andere verlassen können. Dennoch kann es sein, dass sich dein Wertekompass mit der Zeit ändert. Das passiert insbesondere wenn etwas neue Bedeutung in deinem Leben bekommt. Auch durchläufst du eine Reife in deinem Leben, die generell dazu führt, dass du klarer in deinen Werte wirst.
Du solltest ihn deswegen in regelmäßigen Intervallen für dich neu bestimmen. Gerade der Jahreswechsel - mit all seinen Ritualen - bietet sich an, seinen Wertekompass zu überprüfen.
Spannend ist dabei auch, dass du mit jedem neuen Wertekompass einen Vergleich zu deinen "alten Werten" erhältst. Es sind wertvolle Hinweis darauf sein, in welche Richtung sich dein Leben entwickelt hat und wie du reifst. Deine persönliche Entwicklung wird bewusster, dein Selbstbewusstsein steigt.
Was - Erstellung und Nutzung Deines Wertekompass
Am einfachsten funktioniert die Erstellung eines Wertkompass über unsere ICH+WIR WertekompassApp. Du findest dort eine Anleitung und wirst Schritt-für-Schritt durch die Erstellung des Wertkompass geführt. Darüber hinaus werden die Werte gespeichert, so dass du jederzeit darauf zurückgreifen kannst. Mit einer kostenlosen Mitgliedschaft in unserer Community kannst du deinen Wertekompass über die Zeit zu verfolgen.
Solltest du lieber einen Wertekompass ohne Unterstützung durch eine App erstellen, findest Du hier eine Schritt-für-Schritt Anleitung:
Schritt 1: Werte auswählen
Zunächst suchst du die einige Werten aus, die für dich eine besondere Bedeutung haben (z.B. Freiheit, Ehrlichkeit, Kreativität, Familie, Nachhaltigkeit). Das sollten mindestens sechs bis maximal zwölf Werte sein. Da es nicht im deinen Status, sondern um deine Orientierung geht, dürfen das auch Werte sein, die du heute noch nicht verkörperst.
Tipp: Am besten funktioniert das, wenn du dir zuerst eine Liste an Werten erstellst. Die kannst du dann Wert für Wert durchgehen und dir daraus Werte raussuchst, die mit dir resonieren.
Du findest eine ausgiebige Liste an Werten in unserem ICH+WIR Wertekatalog. Alternativ kannst dir auch schnell eine Liste an Werten per KI erstellen lassen (z.B. "Erstelle mir eine List mit 100 verschiedenen Werten.").
Schritt 2: Werte priorisieren
Als nächstes geht es darum, die Werte für dich zu priorisieren. Was ist dir am wichtigsten, wenn deine Werte in Konflikt geraten?
Dazu nimmst du dir den ersten Wert und vergleichst ihn mit dem zweiten Wert. Entscheide für dich, welcher Wert für dich Priorität hat, wenn du zwischen den Werten entscheiden musst. Wenn das schwer fällt, dann versuche dich in ein paar Situationen reinzudenken, in denen der eine oder der andere Wert eine wichtige Rolle für dich spielt. Spüre in dich rein, was dir mehr bedeutet, und wähle diesen Wert. Gib diesem Wert einen Punkt.
Als nächstes vergleichst du den ersten Wert mit dem dritten und so weiter, bis du durch die Liste einmal durch bist. Dann nimmst du dir den zweiten Wert und vergleichst ihn mit dem dritten Wert (den ersten Wert kannst du auslassen, weil du diese bereits mit dem zweiten verglichen hast). Wenn du auch mit dem zweiten Wert durch die Liste durch bist, dann fahre mit dem dritten fort und so weiter - bis du alle Werte der Liste durchgegangen bist.
Schritt 3: Leitwerte ermitteln
Jetzt wird es spannend (und für manche auch überraschend): Du ermittelst jetzt deine drei Leitwerte.
Zähle dazu die Punkte zusammen, die du in Schritt 2 zu jedem Wert gemacht hast, wenn dieser mehr Bedeutung hatte als ein anderer Wert. Damit erhältst du eine Summe für die Gesamtbedeutung des Wertes für dich.
Nimm nun die drei Werte mit den meisten Punkten. Sie bilden deine Leitwerte, die die tiefste Bedeutung für dich haben.
Sollten zwei oder mehr Werte am Ende gleich viele Punkte haben, dann nimm einen direkten Vergleich (siehe Schritt zwei). Der Wert, der dann mehr Bedeutung hat geht hoch und der andere herunter.
Mit diesem Vorgehen hast du nun die Werte für dich identifiziert, die deinen inneren Wertekompass bilden. Schreibe sie dir auf oder merke sie dir gut.
Schritt 4: Werte verinnerlichen
Was machst du nun mit deinem Wertekompass? Du kannst darüber reflektieren und ihn mit anderen teilen. Wichtig ist dafür, dass du die Werte aus dem Kompass für dich verinnerlichst:
Schaffe dir Routinen, mit denen du dir deinen Wertekompass regelmäßig in Erinnerung rufst. Du kannst zum Beispiel abends, bevor du dich zum Schlafen legst, deinen Tag nochmal durchgehen und dir vor Augen halten, wo deine Werte präsent waren. Oder überlege dir zum Frühstück, was für den Tag ansteht und wie du deine Werte zur Geltung bringen kannst.
Schreibe dir deinen Wertekompass auf einen Zettel schrieben und hänge diesen an einem Ort auf, an dem du regelmäßig vorbeikommst, wie Dein Kühlschrank, der Badezimmerspiegel oder an Deinen Monitor in der Arbeit.
Erstelle für dich Affirmationen, die deine Werte beinhalten. Affirmationen sind einfache Sätze, die dich in deinem Selbst bestätigen. Hast du zum Beispiel den Wert Freiheit für dich bestimmt, kann das der Satz "Ich alleine entscheiden, was ich zu tun habe" sein.
Werde achtsam bei deinen Entscheidungen: Wie beeinflussen diese meine Werte? Welche Entscheidung unterstützt meine Werte und welche steht meinem Werten entgegen? Rufe dir vor wichtigen Entscheidungen deine Werte ins Bewusstsein und stelle sicher, dass deine Entscheidung mit deinen Werten korreliert.
Wenn du magst, kannst du deinen Wertekompass auch mit anderen teilen. In der ICH+WIR Community können Mitglieder ihren aktuellen Wertekompass mit einzelnen Mitgliedern oder auch der ganzen Community teilen. Damit kann jeder in unserer Community berücksichtigen, welche Werte für jemanden gerade im Fokus stehen. Das beeinflusst den Umgang und das Miteinander.
Wertekompass für Teams nutzen
Es macht viel Sinn einen Wertekompass nicht nur für Einzelpersonen zu nutzen, sondern auch für ein Team zu entwickeln. In dem Fall rückt die persönliche Bedeutung etwas in den Hintergrund und die Bedeutung des Teams kommt hervor. Das stärkt den Gemeinsinn und das Miteinander.
Um den Wertekompass für ein Team zu nutzen, müssen wir Schritt 1 etwas anpassen. Es ist wichtig, dass die ausgewählten Werte aus dem Team kommen, damit sich die Teammitglieder damit identifizieren können. Es sollten aber weiterhin maximal 6 bis 12 Werte sein, sonst wird der zweite Schritt ein zu aufwändiger Prozess.
In kleinen Teams kann jedes Teammitglied ein oder zwei Werte einbringen, die für sie oder ihn am meisten Bedeutung für das Team haben. Alternativ - auch für größere Teams - findet eine Vorauswahl statt, bei der sich die Teammitglieder auf gemeinsam Werte einige. Wichtig ist auch hier, dass sich jedes Mitglied vertreten fühlt. So kann man in kleineren Gruppen anfangen und die Ergebnisse im Team zusammen zu führen. Dabei werden die Ergebnisse zweier Gruppen im Konsens zusammengeführt werden. Das kann gegebenenfalls etwas Moderation erfordern. Letztlich werden die Gruppen solange zusammengeführt, bis man auf Teamebene angekommen ist.
Nachdem man eine Liste an Werten im Team ermittelt hat, fährt jedes Mitglied einzeln fort seine Punkte zu vergeben, wie in Schritt 2 beschrieben. So hat jede Mitglied seine Sicht auf die Bedeutungen im Team.
Letztlich werden die Punkte aller Teammitglieder zusammengezählt und die eine priorisierte Liste für das gesamte Team erstellt. Das ist wichtig, weil sich jedes Team in der gesamten Liste sieht. Die Entscheidung für die drei Leitwerte im Team - die Werte mit den insgesamt meisten Punkten - wird so leichter akzeptiert und vom ganzen Team getragen.
Die Kommunikation dieser Werte in die Organisation erzeugt Stärke im Team und in der Organisation, da die eine selbstermittelter Bedeutungsraum geschaffen wurde. Das ermöglicht mehr Einflussnahme im Team und in der Organisation.
Viel Spass beim Ermitteln deines Wertekompass. Nutze ihn regelmäßig und weise und Du wirst viel Freude daran haben!
Autor:
Anonymes Mitglied
Werteprofil des Beitrags
explizit
semantisch
Differenz
Selbstbestimmung
92
74
-18
Stimulation
50
54
4
Hedonismus
25
35
10
Leistung
58
73
15
Macht
20
52
32
Sicherheit
78
70
-8
Konformität
32
49
17
Wohlwollen
76
76
0
Universalismus
64
66
2
Tradition
22
62
40
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